"Sonnengesang" von Sofia Gubaidulina im Münster Frauenchiemsee (16. Juli 2009)
Kammerchor München
Sebastian Klinger (Cello), Stefan Blum und Jörg Hannabach (Schlagwerk)
Robert Schröter (Celesta)
Leitung: Philipp Amelung


Oberbayerisches Volksblatt, 22. Juli 2009

Gleißender Feuerklang
von Rainer W. Janka

Wie komponiert man einen Feuerzauber? Mit schmetternder Bläserpracht wie Händel in seiner «Feuerwerksmusik»? Mit opulent-pompösem Orchesterklang wie Wagner in seiner «Walküre»? Nein, Sofia Gubaidulina, die berühmte, 1931 geborene russische Komponistin, braucht dafür «nur» einen Chor, zwei Schlagzeuger mit großem Schlagwerk und ein Cello. Damit komponiert sie lodernde Glut und einen gleißenden Feuerklang, dass einem beim Hören heiß wird und die Augen schmerzen, so suggestiv wirken «Bruder Feuer» und «Schwester Sonne» in dem von ihr vertonten Sonnengesang nach dem Text des heiligen Franziskus. Beim Abend der Festspiele Herrenchiemsee im nicht ausverkauften Münster Frauenchiemsee wurde vor allem dieses moderne Werk bewundernd-stürmisch gefeiert. Das Cello fungiert hier als eine Art Rezitator, und Sebastian Klinger brachte sein Instrument nicht nur zum bezwingenden Reden, sondern mit schwärmerisch blühendem Klang und Tönen von überirdischer Reinheit zum Singen wie aus Engelshöhen. Wenn die «Schwester Tod» (der Tod ist im Italienischen weiblich…) besungen wird, kommt es zu Momenten von fast schmerzender Intensität: Der Cellist stimmt die tiefste Saite schrittweise herunter, steht später auf, entlockt zunächst der großen Kesselpauke streichelnd dunkel-drohende Klänge und streicht dann das Flexaton, eine Art moderner «singender Säge», geht damit vor dem Chor umher wie der Tod mit der Fidel: ein schauriger Moment. Der Chor muss immer wieder mönchisch-ehern rezitieren, demütig flüstern und vor allem offenmundig staunen: kein Dauerjubel über, sondern demütig-angstvoller Schauer vor Gottes Schöpfung, aber auch auskomponierte Angst vor der Zerstörung dieser Schöpfung. Tadellos erfüllte der «Kammerchor München» die geforderten Vorgaben, er hätte allenfalls im Forte noch intensiver sein können. Philipp Amelung sorgte, werkdienlich-uneitel dirigierend, für die ununterbrochene dramatische Stringenz. Ein Glück, dieses so strenge wie innerlich glühende moderne Werk in dem uralten Nonnenmünster zu hören!

 

Tagesspiegel, 06. August 2009

Hört auf die Natur
von Uwe Friedrich

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Aber nicht alle Aufführungen der Herrenchiemsee- Festspiele werden von Guttenberg und seinem Orchester bestritten. In das Motto „Stillleben – Nature morte“ passt auch die Aufführung von Georg Philipp Telemanns letztem Oratorium „Der Tag des Gerichts“ durch das Neue Orchester (und mit einem bemerkenswert stark verstimmten Cembalo) unter der Leitung des Dirigenten Andrew Parrott.

Zeitgenössische Musik fristet bei Guttenbergs Festival dagegen ein Nischendasein, in diesem Jahr vor allem in der kleinen Klosterkirche der Insel Frauenchiemsee. Hier interpretierte der Kammerchor München den „Sonnengesang“ von Sofia Gubaidulina aus dem Jahr 1977. Das mikrotonale Chorwerk wurde nicht zuletzt durch den überragenden Cellisten zu einem Höhepunkt der inzwischen zehnjährigen Festspielgeschichte.

 

 

Willkommen beim

Kammerchor München

künstlerische Leitung: Philipp Amelung

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Ein königliches Vergnügen (24./25.07.09)
Ganz große Oper gab es an zwei warmen Sommerabenden im Spiegelsaal des Schlosses Herrenchiemsee. Mit unserer bisherigen Rekordbesetzung von 50 Sängerinnen und Sängern haben wir erstmals auch szenisch unser potential zeigen können. Mit großem Erfolg. Presse

Sonnengesang vor traumhafter Kulisse (16.07.09)
Unter dem Titel "Prophetiae Sibyllarum" gab der Kammerchor sein Debüt bei den Herrenchiemsee Festspielen. Glücklicherweise spielte auch das Wetter mit, sodass der gewaltige Schlagwerkapparat, das Cello, 24 fantastische Sänger und unser Dirigent alles in trockene Tücher bringen konnten. Presse

Elias beim Ickinger Konzertzyklus (26.10.08)
Trotz größerer Personalnöte wegen zahlreicher Krankheitsfälle konnten wir beim Elias in Ebenhausen schließlich doch mit unserer "Wunschbesetzung" von 34 Leuten antreten, und der von Mendelssohn geforderten Dramatik in allen Schattierungen gerecht werden. Presse

Mozart in Ebenhausen (29.06.08)
Die Krönungsmesse und das Exultate Jubilate gab der Kammerchor in kompakter Besetzung zum Besten. Eine Wohltat, wenn man dabei auch bei den exponierteren Solopassagen auf die Erfahrung unserer exzellenten SängerInnen setzen kann. Dazu die unprätentiöse Begleitung des Münchner Mozart-Orchesters unter Philipp Amelung. Ankündigung

Orff on the dancefloor (12.10.07)
Von einer Kulisse wie bei einem Popkonzert kann man als Kammerchor wohl nur träumen. Für uns wurde das ganze wahr, als wir vor mehreren hundert ausgelassen tanzenden Partygängern Ausschnitte aus "Carmina Burana" erklingen ließen. Presse

Erfolgreiches Gastspiel in Brixen! (24.08.07)
Nach der erfolgreichen Premiere in München am 18. Juni wurde auch unser Auftritt in Brixen im Rahmen der Reihe "Musik und Kirche" von Publikum und Presse begeistert aufgenommen. Das Konzert wurde von RAI mitgeschnitten und ausgestrahlt. Hier gibts die Kritik.

Getrampel im Münchner Prinzregententheater! (18.06.07)
Mit stehenden Ovationen und lautem Getrampel verleitete das Publikum unseren Dirigenten nach gut 3 Stunden "Judas Maccabäus" noch zu einer Zugabe! Was hätte sich da besser angeboten als der berühmte "Tochter Zion"-Chor! Kritik

Mozarts Zeitgenossen auf CD (Herbst 06)
In Zusammenarbeit mit der Neuen Hofkapelle München ist bei ORF Edition Alte Musik die CD "Mozarts Gedaechtnis Feyer" erschienen. Mehr...